Die Faszination Bunker erleben

12.02.2011 – Neuried-Altenheim. Von außen nimmt man den Bunker gar nicht wahr. Wer nicht weiß, dass die Terrasse des darüberliegenden Hauses auf der alten Anlage liegt, geht daran vorbei. Schwer zu erkennen war der Bunker übrigens auch damals, als er noch in Betrieb war »Er war mit einem Dach getarnt«, weiß Michael Truttenbach. Umfassendes Wissen Bis 1944 waren hier 27 Soldaten untergebracht. Den Namen »Emilie« verdankt der Bunker übrigens einer Bewohnerin des Dachgeschosses. Als der Bunker gesprengt werden sollte, weigerte sie sich, auszuziehen, weil sie nicht ihr Dach über dem Kopf verlieren wollte, weiß Truttenbach und noch viel mehr. Doch nicht nur das. Ob es um die Bauweise, Ausstattung oder Geschichte der Bunker geht, Truttenbach weiß Bescheid. Die einen begeistern sich für Modelleisenbahnen, die nächsten für Fußball. Doch für Bunker? Ein wenig befremdlich ist das schon. Da ist ein junger Mann, der sich brennend für Verteidigungsanlagen, insbesondere Westwall-Bunker, interessiert. Sogar so sehr, dass er einen der Luftschutzräume in Altenheim für viel Geld (»Das hätte ein bis zwei Neuwagen gegeben«) und Zeit (»pro Tag etwa zwei bis drei Stunden«) hergerichtet hat. Schon als Kind haben den 25-jährigen Kfz-Lackierer Michael Truttenbach Bunker fasziniert.

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Beim Zelten im Wald ist er darauf gestoßen, erinnert er sich, hat sich darauf gesonnt. Vor allem die dicken Wände haben einen großen Reiz auf ihn ausgeübt. Noch heute ist er davon fasziniert. »Die Deckenstärke beträgt zwei Meter und die Wände sind 1,50 Meter dick«, weiß er. Im Herbst vor einem Jahr ging nun ein Traum von ihm in Erfüllung. Im Internet ist der Kittersburger auf den Bunker in Altenheim aufmerksam geworden Anzeige Er bekam die Möglichkeit, ihn zu nutzen. Eigentlich gehören die Bunker dem Bund. Als Grundstücksbesitzer hat man jedoch die Möglichkeit, diese zu kaufen. Das war auch bei »Emilie« der Fall. Zunächst ließen die Besitzer den Bau ungenutzt, auch weil er nach dem Krieg mit Beton verfüllt wurde. Später haben die Besitzer angefangen, die Räume wieder freizuräumen, und ein Motorradclub hat sie als Vereinsheim genutzt. Truttenbach hat dort begonnen, ein kleines Bunkermuseum einzurichten.

Obwohl er Helfer hatte, hat er vieles selbst in die Hand genommen, etwa Streichen und Leitungen verlegen, Informationstafeln erstellen. Dabei hat er sich an den Vorgaben des Denkmalschutzamtes orientiert, um die Einrichtung so authentisch wie möglich zu halten. »Mein Ziel ist es, den Zustand von 1938 wiederherzustellen«, verrät er seine Pläne. Zu Beginn war der Bunker komplett leer. Mittlerweile konnte er einiges an Mobiliar beschaffen, zum Teil Originalteile, zum Teil Nachbildungen. Dabei scheut er keine Kosten und Mühen. So gibt er schon einmal 450 Euro für ein originales Bunkertelefon aus. Vor allem über das Internet findet er Einrichtungsgegenstände. Dabei stieß er auch auf Leute, die selbst ein Bunkermuseum betreiben. »Vor allem im Saarland gibt es das häufiger«, so Truttenbach. Das Museum ist rein privat und nur auf Anfrage hin geöffnet. Große Resonanz gab es vor allem am Tag des offenen Denkmales. Rund 200 Besucher waren da, schätzt Truttenbach. Er kann sich durchaus vorstellen, dass das auch für Schulklassen interessant sein könnte. Geschichte dahinter »Die Nachbarn hatten zunächst Angst, dass der Bunker Leute aus rechtsextremen Kreisen anzieht«, erzählt Truttenbach. Doch davon distanziert er sich. »Mit Nazi-Ideologie will ich nichts zu tun haben«, macht er deutlich. Er ist sich im Klaren, dass man die Geschichte und die Hintergründe der Anlage kennen muss, aber ihn interessiert vor allem die Technik.Wer den Bunker besichtigen will, kann sich mit Michael Truttenbach in Verbindung setzen, • 01 51 / 26 86 68 86.

Quelle : Baden-online.de

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