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BeitragVerfasst: 03.2009.04 , 23:31 
Grünschnabel
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Folgender Text stammt von meinem Opa und ist eine Reaktion auf einen in der Rheinzeitung veröffendlichten Artikel. Dieser ist mir jedoch leider nicht genauer bekannt. Ich habe das Schreiben bewusst nicht geändert um keine Informationen zu verfälschen. Leider ist es so etwas zusammenhangslos.



Sehr geehrte Damen und Herren,

kürzlich berichteten Sie von der V1, dabei kamen viele Erinnerungen in mir hoch. Möglicherweise interessiert Sie folgender Leserbrief.


Die erste V1 über meinem Elternhaus in Alflen

Als Dreizehnjähriger stand ich vor unserem Haus, als geräuschvoll ein nicht erklärbares Flugobjekt über uns donnerte. Eine große Flamme schlug aus dem Heck. Sollte das, das Geheimnis sein, das dort etwa 1800 Meter hinter unserem Haus im Wald gebaut wurde?
Flugzeuge sahen wir ständig in der Luft, das war der derzeitige Normalzustand, unter dem wir unsere landwirtschaftliche Arbeit erledigen mussten. Mein 3 Jahre älterer Bruder Franz-Josef musste dann mit 16 Jahren als jüngster aus dem Ort zum Militär.
Über unseren Köpfen flogen Bomberverbände, die sich mit Jagdfliegern Kämpfe lieferten; leere Patronenhülsen pfeiften dabei zischend um uns herunter. Die größte Angst bereitete uns allerdings die V1: viele stürzten ab, auch Tote gab es. Ein Soldat, der auf Heimaturlaub an Heiligabend kaum seine Frau begrüßt hatte, war sofort schwer verletzt und seine Frau tot, als eine V1 ins Haus einschlug und noch einen weiteren Toten forderte.
Der Schwefel, mit dem die Raketen angetrieben wurden, verteilte sich auf den Äckern. Wir, die Jungen, hatten schnell bemerkt, dass dieser gut brannte. Auch ich steckte mir ein Stück Schwefel in die Hosentasche, um es zu Hause am Herd auszuprobieren – das Ausmaß hatte ich allerdings unterschätzt.
Als ich mit meinen Kühen auf einer Wiese, etwa am heutigen Eingang des Flughafen Büchel, war, flog eine V1 tief über unsere Köpfe, bevor sie ins Enderttal abstürzte und detonierte. Von diesem Acker aus, erlebte ich ebenfalls Jagdbomber, die ihre Bomben ausklinkten. Diese flogen bis nach Cochem, explodierten jedoch nicht. Interessant fande ich, als in der Rheinzeitung erst kürzlich diese Blindgänger abgebildet waren.
Ich habe viele Erinnerungen an diese schlimme Zeit, wobei ich immer wieder Glück hatte, auch wenn Jagdflugzeuge Bomberverbände angriffen und mir die leeren Hülsen pfeifend um die Ohren flogen.


Mit freundlichen Grüßen,

Werner Wendels


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BeitragVerfasst: 03.2009.04 , 23:31 
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Hallo,Nico
Danke für diesen interessanten Zeitzeugenbericht deines Großvaters!Er zeigt die Probleme bei vielen Berichten dieser Art!Gleich zweimal berichtet er von den um seine Ohren pfeifenden Patronenhülsen wenn er über ihm stattfindende Luftkämpfe beobachtete.Viele andere Zeitzeugen waren der Meinung unter Beschuß geraten zu sein.
Andererseits der Schwefel??Weder beim Antrieb der V1 noch bei der Walterschleuder zur Startbeschleunigung kam Schwefel zum Einsatz.Es könnte sich um einen Rückstand des Wasserstoffperoxids das zur Dampferzeugung in der Walterschleuder benutzt wurde handeln.
mfg karat


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BeitragVerfasst: 03.2009.04 , 23:31 
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Der "Schwefel" gibt auch mir zu bedenken!
Wurde der doch eher an amerikanischen Stabbrandbomben eingesetzt......

Aber der Bericht ist top!
Sehr gut, und schön sowas zu lesen, als Zeitzeugenbericht!


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BeitragVerfasst: 03.2009.04 , 23:31 
Grünschnabel
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Danke Leute, mir war nicht bewusse, dass es sich bei dem Schwefel um eine Unstimmigkeit handelt.

An anderer Stelle erzählte er mir, dass ein kleiner Klumpen des Stoffes die metallernen Ringe zur Größenregulierung des Küchenofens einen guten Meter in die Luft befördert hat.
Was es auch war, das Zeug hatte es in sich.


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BeitragVerfasst: 03.2009.04 , 23:31 
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Jetzt fällt mir aber grad etwas ein zum Ort Afflen!!!
Dort soll es Scheinanlagen gegeben haben, weisst du etwas darüber?


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Ich Dummbatz habe den Ort Afflen mit Affler verwechselt =))

36198


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BeitragVerfasst: 03.2009.04 , 23:31 
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Sorry Ralf, aber Alflen :lol:


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Grünschnabel
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Ich habe kürzlich nocheinmal mit meinem Opa über den Vorfall gesprochen. Er sagte er habe mehrmals nach Abstürzen eine deutliche Düngewirkung an den Stellen festgestellt. (Er kannte sich aus, da er aus einem landwirtschaftlichen Betrieb stammt)

Schwefel ist zwar in geringen Mengen wachstumsfördernd, liegt jedoch normalerweise in der Natur ausreichend vor, sodass eine zusätzliche Gabe kaum Unterschiede zeigen sollte. Außerdem hat Schwefel eher Funktionen im Bereich von Bildung von Aminosäuren, Enzymen, Chlorophyllhaushalt und Eiweißbildung, nicht im Massenwachstum. In größeren Mengen ist Schwefel sogar eher schädlich für das Pflanzenwachstum.

Wasserstoffperloxid (H2O2) enthält keine Elemente die für´s Pflanzenwachstum nötig sind. Bzw. natürlich brauchen Pflanzen H und O, jedoch dann als H2O... gehen wir mal davon aus, dass der Stoff nicht einfach so zu Wasser wird und bei uns grundsätzlich genügend Wasser vorhanden ist.

Das führt mich zu folgender Frage: Welcher Sprengstoff wurde in der V1 eingesetzt?
Bei den Wörtern Sprengstoff und Dünger denke ich diret an

Ammoniumnitrat (NH4NO3) ist ja bekannter Maßen Sprengstoff und Dünger zugleich.


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BeitragVerfasst: 03.2009.04 , 23:31 
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Hallo,Nico
Das dürfte es sein!Der Sprengstoff war Amatol,das ist mit Ammoniumnitrat gestrecktes TNT.
mfg karat


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BeitragVerfasst: 03.2009.04 , 23:31 
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Amatol ist ein militärischer Sprengstoff, der hauptsächlich im Ersten und zweiten Weltkrieg Verwendung fand.
Der deutsche Tarnname war "Füllpulver".
Amatol ist eine kriegsbedingte Streckung des sehr teuren TNTs mit preiswertem Ammoniumnitrat (Kunstdünger-Komponente). Die Mischung Amatol hat eine nur geringfügig schlechtere Brisanz als TNT, das TNT-Äquivalent liegt bei 0,8. Für eine oft behauptete erhöhte Sprengkraft gegenüber TNT finden sich keine Hinweise. Amatol wurde bei allen größeren Bombenladungen eingesetzt, wie Luftmine, Fieseler Fi 103, A4 (Rakete) usw.

Ammoniumnitrat ist als Sicherheitssprengstoff bekannt. Amatol war daher einer der ersten militärischen Sprengstoffe, der weitgehend unempfindlich gegen Stoß, Wärme und Kälte war. Zudem war Amatol relativ leicht zu handhaben und gut zu portionieren.

Seit den 1960er-Jahren kommen im militärischen Bereich fast ausnahmslos hochbrisante Sprengstoffe wie beispielsweise Semtex oder Hexogen zum Einsatz.

Amatol N.J. ist auch der Name einer ab 1917 gebauten US-amerikanischen Waffenfabrik und Siedlung, die den Sprengstoffbedarf der Vereinigten Staaten im Ersten Weltkrieg decken sollte. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise wurde die Fabrik aufgegeben und die Siedlung wurde zu einer Geisterstadt. Sie lag in der Nähe von Atlantic City, New Jersey.[1]


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